"Ver-rückte Perspektiven"
Woher kommen eigentlich die Bilder, die uns umgeben? Die Ausstellung der Paderborner Gruppe "Fotoprojekt" zeigt Fotografie als bewusst gestaltendes Medium. Die Auseinandersetzung mit einem Medium, das allzu oft als selbstverständlicher Teil unserer Alltagskultur kaum noch hinterfragt wird, verfolgt die Ausstellung „Ver-rückte Perspektiven“.
Tanja Stadtkowski und Karola Brandenburger lassen in Dringenberg mit der Cyanotypie eine der ältesten fotografischen Edeldruckverfahren der Welt wieder aufleben. Dabei entsteht durch die Lösung zweier Salze (Kaliumhexacyanid und Ammoniumeisen(III)citrat) in Wasser zunächst eine lichtempfindliche Emulsion, mit der Aquarellpapier beschichtet wird. Nach dem Auflegen eines Negativs wird dieses unter UV-Licht oder bei intensiver Sonne direkt belichtet. Anschließend wird der Druck ausgewaschen; die vorher abgedeckten Stellen bleiben weiß. Die belichteten Flächen zeigen sich dagegen in einem dunklen Preußisch Blau, weswegen die Technik auch als "Blueprint" bezeichnet wird. Nach dem Trocknen kann der Druck individuell weiter bearbeitet werden. Auch so können Ver-rückte Perspektiven entstehen.
Perspektivwechsel also auch durch die Konfrontation technischer Möglichkeiten – wobei die eigene und besondere Perspektive das Zentrum bildet. Fotografie soll mit dem Fotoprojekt Paderborn das herkömmliche Sehen von der Selbstverständlichkeit des Klischees befreien. Fotografie, sonst Medium der Reproduktion der Wirklichkeit, kann gerade auch das sonst selbstverständlich Wirkliche infrage stellen. Eben mit ver-rückten Perspektiven…
Die Ausstellung ist bis zum 6. September 2026 zu sehen.
Die Burg Dringenberg ist freitags und samstags von 14:00 - 17:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11:00 - 17:30 Uhr geöffnet.

Kultur im Kreis Höxter